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Checkliste - Zähne und Allgemeingesundheit?

MIT FOKUS AUF IHRE GESUNDHEIT

Unser biologisches Behandlungskonzept sieht vor allem den Menschen und seine Gesundheit im Vordergrund. Neben der Mundgesundheit wird immer auch die Allgemeingesundheit und das Immunsystem mit betrachtet.

Doch in welchem Zusammenhang stehen Ihre Zähne und Ihre Allgemeingesundheit?

Dieses Forschungsfeld ist bis heute sehr gut untersucht worden und man kennt die gegenseitigen Wechselwirkungen zwischen Gesundheit, Krankheit und den Zähnen. Ganz nach dem Motto „Gesund beginnt im Mund“ - und krank sein oftmals auch.

BIOPHYSIODENT - Die Gesundheit immer im Blick

1. Startpunkt Mund - Parodontitis

Im Fokus der Wechselbeziehung zwischen Zähnen und Körper steht die Parodontitis. Von ihr geht eine schleichende Gefahr für den gesamten Körper aus. Ausgelöst wird die Parodontitis – eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium) – durch Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischrand. Diese Beläge (sog. Biofilm) bestehen aus einem Netzwerk von Bakterien, deren Stoffwechselprodukte die Entzündung hervorrufen. Zunächst reagiert der Körper mit einer oberflächlichen Zahnfleischentzündung (Gingivitis), später mit einer Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis - „Parodontose“). Die Krankheit verläuft meistens ohne Schmerzen und ist chronisch im Verlauf.

Anzeichen sind:Entzündetes Zahnfleisch mit Rötung, Quelle: www.pixabay.comEntzündetes Zahnfleisch mit Rötung, Quelle: www.pixabay.com

  • Zahnfleischbluten
  • Rötung des Zahnfleischs
  • Rückgang des Zahnfleischs
  • Mundgeruch
  • Lockerung von Zähnen
  • Zahnfleischtaschen

Parodontitis zieht weite Kreise:

Tückisch ist, dass Parodontitisbakterien und Entzündungsstoffe über das Zahnfleisch in den Blutkreislauf gelangen und auf diese Weise an anderen Stellen des Körpers weiteren Schaden anrichten können. Insofern werden nicht nur die betroffenen Zähne locker, sondern die Parodontitis wirkt sich auf den gesamten Körper aus und kann schwere Allgemeinerkrankungen begünstigen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Lungenentzündungen, Infektionen von künstlichen Prothesen, Frühgeburten, Osteoporose und Rheuma).

Wer ist gefährdet? Risikofaktoren für Parodontitis:

  • Mangelernährung, ungesunde Ernährung
  • Patienten mit hohem Stresslevel
  • Raucher
  • Bei Hormonumstellung (z.B. Schwangerschaft)
  • unbehandelter Diabetes
  • erbliche Veranlagung

2. Startpunkt Mund - Chronische Entzündungen des Kieferknochens

Während akute Erkrankungen schnell, plötzlich und in der Regel mit Schmerzen auftreten, so sind die Ursachen chronischer Erkrankungen häufig nicht ganz klar. Chronische Erkrankungen verlaufen häufig blande (mild, reizlos, langsam) und sind daher in den allermeisten Fällen Zufallsbefunde. Der Begriff der fokalen Infektion (von einem Krankheitsherd ausgehend) ist in Zusammenhang mit Zahnherden wissenschaftlich gut dokumentiert.

Chronische Entzündungen im Kieferknochen, sog. NICOs, schädigen dem Organismus vor allem durch spezielle Entzündungs- und Zellmediatoren (Zytokine, v.a. IL1ra, RANTES, MCP-1, FGF2). Auch Zysten und Entzündungen um wurzelkanalbehandelte Zähne können eine Auflösung des Kiereknochens begünstigen. Bakterien und Toxine von NICOs und Entzündungen von wurzelkanalbehandelten Zähnen werden über das Blutsystem im Sinne einer fokalen Infektion abgegeben (von einem Krankheitsherd ausgehend).

3. Ausbreitung im Körper - Diabetes

Mit der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus (im Volksmund Zuckerkrankheit genannt) und der Parodontitis treffen zwei Volkskrankheiten aufeinander (Diabetes: ca. 8 Millionen - Parodontitis: ca. 23 Millionen). Es gibt zwischen ihnen eine seit längerem wissenschaftlich bewiesene negative Wechselbeziehung. So erhöht sich bei Diabetikern mit schlecht eingestelltem Blutzucker das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken um das Dreifache gegenüber Gesunden. Experten zählen die Parodontitis deshalb schon zu einer typischen Folgeerkrankung des Diabetes. Umgekehrt kann die Parodontitis die Einstellung des Blutzuckers bei Diabetikern deutlich erschweren und damit den Verlauf der Zuckerkrankheit verschlechtern. Des Weiteren leiden Diabetiker häufiger unter Wundheilungsstörungen nach Zahnextraktionen, unter Zahnfleischabszessen, Zahnfleischentzündungen mit Geschwüren und unter Rissen in den Mundwinkeln (Rhagaden).

4. Ausbreitung im Körper - metabolisches Syndrom

Beim metabolischen Syndrom handelt es sich um das Zusammentreffen von vier charakteristischen Symptomen: bauchbetonte Fettleibigkeit (Adipositas), Bluthochdruck sowie gestörter Kohlenhydrat (Insulinresistenz) und Fettstoffwechsel (Hypertriglyzeridämie). Gibt es zwischen beiden Erkrankungen – Parodontitis und metabolischem Syndrom – einen Zusammenhang oder eine Wechselbeziehung? Ja, beide Krankheiten gehen mit systemischer Entzündung und Insulinresistenz einher.

5. Ausbreitung im Körper - Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Meist werden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus, Übergewicht, Bewegungsarmut, Alter, familiäre Häufung, Alkoholmissbrauch oder Rauchen für die Entstehung verantwortlich gemacht. An die Zähne als Ursache wird in der Regel nicht gedacht. Doch wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass infolge schwerer, chronischer Parodontitis das Risiko für Gefäßveränderungen und eine daraus folgende Herz-Kreislauf-Erkrankung 1,8-mal höher ist als bei zahngesunden Menschen. Im Rahmen einer parodontalen Erkrankung freigesetztes C-reaktives Protein (CRP), Bakterien und deren Entzündungsbotenstoffe können Gefäßwandveränderungen hervorrufen, die zu Arterienverkalkung führen und so einen Herzinfarkt begünstigen

6. Ausbreitung im Körper - Atemwegserkrankungen

In jüngster Zeit werden immer mehr Zusammenhänge zwischen chronischen Entzündungen der Mundhöhle und Allgemeinerkrankungen wissenschaftlich untersucht. So hat man festgestellt, dass Parodontitis-Bakterien aus dem Zahnbelag akute und auch chronische Atemwegserkrankungen, allen voran eine Lungenentzündung (Pneumonie), auslösen können. Die Erreger werden aus Mundhöhle und Rachen in die Lunge eingeatmet. Es besteht ein 4,5-faches Risiko für Pneumonien.

Zusammenfassung:

Bestehen Entzündungen des Zahnfleischs und des Kieferknochens, so bestehen folgende erhöhte Risiken:

  • 1,8-fach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Erhöhtes Risiko für Diabetes
  • Erhöhtes Herzinfarktrisiko (Myokardinfarkt)
  • 2- bis 3-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko (Apoplex) Erhöhtes
  • Risiko für Gefäßverkalkung (Atherosklerose)
  • Erhöhtes Risiko für Herzentzündung (Endokarditis)
  • 4,5-faches Risiko für Lungenentzündungen (Pneumonie)
BIOPHYSIODENT - Biologische und Physiologische Zahnmedizin zielt darauf ab, Ihnen als Patienten mehr zu geben, als die reine Kaufunktion Ihrer Zähne. Die Auswirkungen auf Ihre Gesamtgesundheit und die Zusammenhänge mit chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, Herzkreislauferkrankungen usw.) sind studientechnisch gut belegt und wichtig für Sie und uns, um zu verstehen, wie wir Sie maximal in Bezug auf Ihre Körpergesundheit unterstützen können.

WEIL SIE FÜR UNS MEHR SIND ALS NUR IHRE ZÄHNE!

Ihr Dr. Max Riemann


© 2020 BIOPHYSIODENT Zahnarzt Dr. Max Riemann, Nürnberg